Ein Kommentar von Firmengründer Klaus Gaiser
Zur Zeit ist Hefeextrakt wegen seines Gehalts an Glutaminsäure bzw. Glutamat in der Diskussion. (Glutaminsäure wird in der Literatur mit Glutamat gleichgesetzt.)
Ich werde mich hier auf diesen Aspekt beschränken.
Neben dem künstlichen Glutamat, das die Lebensmittelindustrie zur Geschmacksverstärkung einsetzt, und dessen Einsatz ich vehement ablehne, gibt es das mengenmäßig viel wichtigere natürliche Glutamat.
Der Durchschnittseuropäer verzehrt pro Tag
- ungefähr 0,3 – 0,5 g künstliches Glutamat,
- ca. 1 g freies natürliches freies Glutamat (aus Käse, Sojasauce, Pilzen, Tomaten, Fleisch, Fisch, Erbsen, Weizen, Reis, Hefeextrakt usw., usw.) und
- rund 10 – 20g natürliches, an Proteine gebundenes Glutamat. (Dieses hat allerdings keine geschmacksverstärkenden Eigenschaften.)
Darüber hinaus produziert der menschliche Körper selbst ca. 50g (!!!) Glutamat täglich für den Eigenbedarf: Glutaminsäure ist der wichtigste Neurotransmitter, ist am Muskelaufbau beteiligt, soll das Immunsystem stimulieren und bindet das beim Proteinabbau freiwerdende Zellgift Ammoniak.
L-Glutaminsäure kommt in den meisten Proteinen in unterschiedlichen Anteilen vor und ist in jedem eiweißhaltigen Lebensmittel vorhanden, Schon deshalb ist keine Panik angesagt. Wir alle essen täglich – wie oben gesagt – reichlich Glutamat, auch wenn wir künstliches Glutamat meiden!
Hefeextrakt enthält ungefähr zwischen 2,1 und 3,3% natürliches Glutamat.
Eine typische vegetarische Wurst enthält ungefähr 2-3% Hefeextrakt, also zwischen 0,04 und und 0,1% natürliches Glutamat, das aus dem Hefeextrakt stammt.
Hefeextrakt wegen des Gehalts an (ohnehin nur natürlichem!!!) Glutamat zu verteufeln, ist blinde Hysterie.
Klaus Gaiser
Quellen:
- http://de.wikipedia.org/wiki/Glutaminsäure
- UGB – Gesundheitsberatung. http://www.ugb.de/e_n_1_142895_n_n_n_n_n_n_n.html
- K Beyreuther et al (2007). Monosodium-glutamate. European Journal of Clinical nutrition. 61, 304-313.
et al.
Hier geht es zu unserer ausführlichen Informationsbroschüre über Hefeextrakt und Glutamat.
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1Martin Hauptmann
schrieb 15.11.2010 / 10:10
Sehr geehrter Herr Gaiser,
Ihr Hauptargument, dass der Mensch 50 g Glutaminsäure/Tag produziert, ist falsch.
Es sind nur 50 mg.
Dass dieser Wert in Ihrer Quelle bei UGB – Gesundheitsberatung im Artikel von Kathi Dittrich ebenfalls falsch aufgeführt ist, macht Ihren Irrtum nachvollziehbar.
Allerdings sollte eine kurze Recherche Ihnen diesen Fehler leicht aufzeigen.
Vielleicht bringt Sie das auch dazu, Ihr Verhältnis zum Herstellen von Produkten, die viel Hefeextrakt enthalten, neu zu bewerten. Schließlich sind Sie die ganze Zeit einer entscheidenden Fehlinformation aufgesessen.
Eine Richtigstellung als neuer Artikel in diesem Blog (und eine Richtigstellung in anderen Publikationen, in denen Sie die selbe Fehlinformation verbreiten, z. B. biohandel-online.de), wäre angebracht.
Mit freundlichen Grüßen
Martin Hauptmann
2Martin Hauptmann
schrieb 15.11.2010 / 10:43
Sorry, ich ziehe das vorige zurück. Weitere Recherchen und ein Anruf haben ergeben, dass hier verschiedene, widersprüchliche Angaben kursieren. Eine seriöse Studie zum Thema habe ich auf die schnelle nicht gefunden. Z. B. die Glutamat-Werbeseite glutamat.info wirft die Zahl von 50 g in den Raum, bezieht sich dabei aber auf keine Studie.
Auch andere Zahlen (50 mg, 2-3 g) kursieren, vor allem auf englischsprachigen Seiten, aber auch hier habe ich keine weiterführenden verweise auf Untersuchungen gefunden.
Eine bessere Quelle, in der belegt wird, was Sie schreiben (bzw. ein Verweis auf eine Quelle, die selbst keine Quellenangaben angibt), wäre dennoch wünschenswert.
Mit freundlichen Grüßen
Martin Hauptmann
3Redaktion Wheaty.de
schrieb 18.11.2010 / 16:45
Guten Tag Herr Hauptmann, vielen Dank für Ihren Beitrag. Klaus Gaiser hat derzeit sehr viel zu tun, wird sich aber detailliert zum Thema äußern, sobald er dazu kommt!